PFAD FÜR KINDER

Ortsverband Konstanz e.V.

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Seminarreihe 2016

Pflege- und Adoptivkinder-Pädagogik

von Prof. em. August Huber

Gefördert von

Datum Veranstaltungsbeschreibung
23.02.2016
Basis I
Liebessehnsucht und aggressive Abwehr

Kinder, die in der Frühphase ihres Lebens existentielle Nöte erfahren haben, mussten lernen, um ihr Überleben zu kämpfen. Erziehung bedeutet in diesem Zusammenhang, die Kinder aus der Widerspruchssituation von: "Sehnsucht nach Geborgenheit und gleichzeitiger Ablehnung der von den Pflegeeltern angebotenen Liebe" herauszuführen in die Möglichkeit, Geborgenheit aufnehmen zu können.
Dazu sind Verstehen, Geduld, aber auch konsequente Führung und Schutz der Kinder notwendig. Anhand alltäglicher Konfliktsituationen werden Lösungswege gesucht und aufgezeigt.
08.03.2016
Basis II
Halt geben durch Führung im Alltag

Der Alltag mit seinen sehr unterschiedlichen Erfahrungs- und Anforderungsbereichen erfordert klare und nicht hinterfragbare Regelungen.
Für haltlose und ungehaltene Kinder bedeutet dies eine ganz und gar ungewohnte Erfahrung. Sie brauchen Hilfe vor allem in den Übergangssituationen des Alltags.
Mit Hilfe kreativer Rituale kann den Kindern die Annahme des Tagesrhythmus' erleichtert werden. Im Erfahrungsaustausch über das tägliche Ausprobieren von hilfreichen Übergangsritualen können die Pflege- und Adoptiveltern manch neue Anregung erhalten.
12.04.2016
Basis III
Das Leben wagen lernen

Unsere Kinder brauchen nicht nur Sicherheit im Lebensalltag durch die zuverlässige Fürsorge der Pflegeeltern und Adoptiveltern - um im Leben bestehen zu können, braucht es auch den Mut, Neues im Leben zu wagen, das Leben als Herausforderung betrachten zu lernen. Unsere Kinder sind jedoch in der Angst vor dem Leben aufgewachsen und haben es als bedrohlich erfahren. Von daher ist es notwendig, das Leben auch als etwas Schönes und Freudvolles erleben zu lernen. Nur dann kann der Mut zum Lebenswagnis gestärkt werden.
Erlebnisse in der Natur bieten dazu vielfältige Wege. Die Auseinandersetzung mit den Elementen der Natur lässt ursprüngliche Lebensfreude erfahren. Erlebnispädagogische Aktivitäten stellen damit einen notwendigen Zugang zu einer positiven Teilhabe am Leben dar.
07.06.2016
Basis IV
Schulzeit - Abenteuerzeit

Wenn unsere Pflege- und Adoptivkinder in die Schule kommen, tun sie sich oft sehr schwer mit dem Lernen und finden kaum Freunde in der Klassengemeinschaft.
Alte Existenzängste werden wieder wach. So kann Schule zum traurigen Lebensalltag werden.
Dabei ist doch diese Lebensphase die Zeit des Abenteuers, der Naturerlebnisse, des gemeinschaftlichen Spiels, der Mutproben, der Erkundung der Welt und der eigenen Fähigkeiten innerhalb der Kindergemeinschaft.
Es gilt, vor allem die Freude und die Lust am Leben mit Hilfe der Natur zu stärken, aber auch sich den Anforderungen der Schule zu stellen. Dies aber nur begrenzt, denn unsere Kinder brauchen Zeit.
Schule sollte daher halbwegs glücklich überstanden werden, damit der Lebensmut erhalten bleibt. Dazu ist Kreativität von Schule und Elternhaus gefordert.
08.11.2016
Basis V
Wieviel Herkunftsfamilie braucht das Pflegekind

Kinder, die aus einer existentiellen Gefährdungssituation in der Herkunftsfamilie kommen benötigen als allerwichtigstes zunächst Halt und Schutz, damit sie die nötige Geborgenheit erfahren können. Dies muss gewährleistet sein, wenn Kontakte mit der Herkunftsfamilie durgeführt werden.

Die Gestaltung des Umgangs muss dem Kind, der Pflegefamilie und der Herkunftsfamilie entsprechen. Ausgangspunkt ist jedoch immer das Kind in seiner momentanen Bedürfnissituation.

Anhand von Beispielen, bezogen auf die verschiedenen Altersphasen und den Vorerfahrungen der Kinder werden Kontaktgestaltungswege erarbeitet. Kontakte mit der Herkunftsfamilie werden primär aus der Sicht der erzieherischen Aufgabe gestaltet und bewertet.

Anhand vielfältiger Beispielsfälle wird eine klare und eindeutige Grundorientierung des pädagogischen Handelns aufgezeigt.
29.11.2016
Basis VI
"Hilfe, mein Kind hat Pubertät!"

Was tun, wenn der junge Mensch immer unzuverlässiger wird, gar Gewalt androht, bei Anforderungen schnell aufgibt, nachts nicht nach Hause kommt, Zuhause sein Zimmer verkommen lässt, Aufgaben in der Hausgemeinschaft verweigert?

In der Pubertät erwacht das ganze eigene Ich, das seinen Weg finden will. Zugleich aber sind gerade unsere Kinder noch sehr unfertig, den eigenen Weg zu wagen. In dieser Zeit wird vorrangig über Versuch und Irrtum gelernt. Das "Ich" will aus den eigenen Fehlern lernen, was allerdings einen langen Atem der Eltern erfordert.

Können wir den Jugendlichen dem Irrtum überlassen, sollten wir nicht helfend einspringen, um das Schlimmste zu verhüten?
Es muss geredet, konfrontiert werden. Zugleich aber geht es auch um Verstehen und Mut machen. Für den jungen Menschen ist es schwer, sich mit all seinen Ansprüchen, Sehnsüchten und, bei unseren Jugendlichen vor allem, auch mit seinen Lebensängsten zu Recht zu finden.

Die regelmäßigen Gespräche sind das Medium der Pädagogik; der junge Mensch wird zum Denken angeregt, denn nur darüber kommt er in die Lage, sein eigenes Leben zu planen und die Verantwortung dafür zu übernehmen. Dieses gelingt schrittweise, wenn er etwas ganz Eigenes zustande bringt:
Den Hauptschulabschluss, die sportliche Leistung, den Führerschein, die Ausbildung und vieles mehr. Je mehr Eigenes entsteht, desto besser.