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Standortsuche für ein Pilotprojekt

Südkurier online vom 12.06.2012, Autor: Claudia Rindt

Neustart für das Auszeit-Wohnen des Konstanzer Vereins für Pflege- und Adoptiveltern

Standortsuche für ein Pilotprojekt
Angelika Gattmann vom Pflege- und Adoptivelternverein auf Standortsuche.
Bild: Rindt

Bis vor wenigen Wochen dachte Angelika Gattmann vom Verein für Pflege- und Adoptiveltern, sie hätte das ideale Haus fürs geplante Auszeit-Wohnen gefunden – ein historisches Haus in Eigeltingen. Dort sollten Kinder und Jugendliche zeitweise unterkommen, wenn in deren Pflege- oder Adoptivfamilien Konflikte zu eskalieren drohten.

Die Auszeit soll es den Jugendlichen ermöglichen, sich mit Hilfe von Fachbetreuern intensiv mit ihren Problemen auseinanderzusetzen, und den Pflegeeltern eine Ruhepause verschaffen. Die Projektidee lebt weiter, nur das Eigeltinger Haus steht nun nicht mehr für das Vorhaben zur Verfügung. Der Verein hätte schneller als erhofft eine zu hohe Summe für das Projekt dort aufbringen müssen.

Nun hat für den Verein, dem sich 52 Familien angeschlossen haben, die Suche nach einem neuen Standort begonnen. „Wir wollen das weiter fest machen. Der Bedarf ist da“, sagt Gattmann. Sie ist selbst seit 26 Jahren Pflegemutter. Sie hat vier Kinder ins Erwachsenenleben geführt. Aus eigener Erfahrung und aus der als Vorsitzende des Konstanzer Pflege- und Adoptiveltern-Vereins weiß sie, vor welchen Herausforderungen Aufnahmefamilien stehen. Oftmals wirkten bei Pflege- oder Adoptivkindern frühere Erfahrungen extremer Vernachlässigung und Gewalt nach. Die Kinder benötigten folglich deutlich mehr Unterstützung, Zeit und Zuneigung als solche aus stabile Familienverhältnissen.

Um in Einzelfällen Überforderungen bei den Pflegeeltern zu vermeiden, sei das Auszeit-Wohnen wichtig, sagt Gattmann. Sie rechnet mit 50 Kindern und Jugendlichen, die jährlich im Haus vorübergehend aufgenommen werden könnten. Inzwischen habe das Projekt bundesweit Interesse geweckt. Die ersten 10 000 Euro an Spenden seien eingegangen sowie weitere Förderzusagen. Die würden allerdings erst nach dem Projektstart ausgeschüttet. „Zuerst muss der Grundstein gelegt sein.“

Bis dahin ist der Weg nun wegen der neuen Standortsuche länger geworden. Der Verein sucht rund um Konstanz mindestens 300 Quadratmeter Wohnraum mit angeschlossenen 1500 Quadratmetern Grünfläche. Dort sollen erlebnispädagogische Lerninseln und ein Bolzplatz für die Kinder bereit stehen.