Konzeption

Die Konzeption als PDF

  1. Vorwort

Pflegefamilien sind ein fester Bestandteil der Hilfen zur Erziehung. Sie geben Kindern, die nicht die Chance haben, in ihrer eigenen Familie aufzuwachsen, die Geborgenheit und Sicherheit, die eine Familie ausmacht. Unser Angebot richtet sich an Pflege- und Adoptivfamilien. Auch Adoptivfamilien haben ein Recht auf Hilfe zur Erziehung.

Pflege- und Adoptivkinder können auf Grund ihrer Lebensgeschichte dauerhafte Beeinträchtigungen wie Bindungs-, Angst- und Traumafolgestörungen oder auch Alkoholspektrumsstörungen (FASD) erfahren.

In den Pflege- und Adoptivfamilien führt dies zu einer intensiven Rund-um-die-Uhr-Betreuung, die viel Kraft kostet.
Beeinträchtigte Kinder haben elementare Ängste, eine eingeschränkte Stressbewältigung und können Gefahren nicht einschätzen. 80-100 Prozent unserer betreuten Kinder haben eine Mehrfachbehinderung mit ausgeprägtem Förderbedarf.
Die Beeinträchtigungen sind häufig nicht zu sehen und werden dank guter anderer Fähigkeiten in den üblichen Entlastungsangeboten oft nicht erkannt.
In der beginnenden Pubertät verstärken sich diese Probleme in den Familien. Sie werden oft unüberwindbar erlebt und sind innerfamiliär zunächst nicht zu lösen.
Die Betreuung unserer Kinder durch erfahrene Fachleute erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die obengenannten Besonderheiten wahrgenommen und die Kinder angemessen begleitet werden. Eine Auszeit kann so als positive Entlastung für die Familie erlebt werden. Dadurch ergibt sich die Chance, das Kind/den Jugendlichen weiter ins Leben begleiten zu können.

Die Realität in unseren Familien sieht derzeit häufig so aus, dass die intensive Rund-um-die-Uhr-Betreuung zur Erschöpfung der Pflege- und Adoptiveltern führt und entlastende Angebote nicht vorhanden sind.
Die Finanzierung von Entlastungsangeboten durch die Kostenträger wird nicht oder sehr zurückhaltend genehmigt. "Urlaub" von dieser Aufgabe ist im Modell Pflegefamilie bisher praktisch noch nicht vorgesehen. Dies wird bereits in vielen anderen Ländern praktiziert (Frankreich,Großbritannien, Italien, USA etc.). Vielfach wird bei hoher Belastung der Familie die Beendigung des Pflegeverhältnisses als einzige Möglichkeit von Amtsseite angeboten.
Mit unseren punktuellen Entlastungen in Ferien- oder Krisensituationen möchten wir dies verhindern.
Mit dem neuen "Haus in Eckartsbrunn" wird das bewährte Entlastungsprogramm vom "Haus trampel_PFAD" fortgeführt.

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  1. Rahmenbedingungen

2.1 Zielgruppe

"Haus trampel_PFAD in Eckartsbrunn" bietet eine zeitlich begrenzte und innovative Betreuungsform für Pflege- und Adoptivkinder aus Baden-Württemberg an. In Ausnahmefällen ist dies auch Bundesländer übergreifend möglich. Bei Bedarf können Pflege-/Adoptiveltern ihre Kinder begleiten.
Unsere speziellen Angebote gelten sowohl für Einzelpersonen als auch für Gruppen.

Beispiele sind:

  1. Auszeit zur Krisenprävention während den Schulferien, damit Pflege-/Adoptiveltern wie in einem "Urlaub" eine Verschnaufpause erhalten können
  2. Auszeit zur Krisenintervention, zum gezielten "Herunter-Kühlen" in schwierigen Situationen auch während der Schulzeit in Begleitung
  3. Begleitung des Übergangs von Bereitschafts- auf Vollzeitpflege
  4. Aktionstage wie Klettern, Kanu fahren und einzelne Projekttage mit Natur-, Kunst-, Erlebnispädagogik
  5. Seminare, Fortbildungen und Projekttage für Eltern und interessierte Personen

2.2 Mitarbeiter

Für die Betreuung der Kinder und Jugendlichen stehen qualifizierte BetreuerInnen bereit.
Therapeutische und pädagogische Fachkräfte stehen auf Honorarbasis zur Verfügung.
Unsere MitarbeiterInnen erkennen und verstehen Verhaltensweisen von Pflege-und Adoptivkindern, zum Teil aus eigener Erfahrung, und wissen damit umzugehen.

2.3 Das Haus

Das Vereinshaus befindet sich in Eckartsbrunn, einem kleinen Dorf oberhalb der Gemarkung Eigeltingen.
Das Haus hat eine Wohnfläche von ca. 100 m². Der Dachbodenmit ca.60 m² wird zum Ausbau für Kinder-Schlafräume vorbereitet.
Zusätzlich verfügt das Haus über einen großflächigen, teils überdachten Hof mit einem großen Kastanienbaum.
Eine Wiese mit einigen Obstbäumen auf einer Fläche von rund 2000 m² schließt sich direkt an. Hier entsteht ein naturnaher Lernort mit Spielgarten.
Rund um das Dorf gibt es nur Wiesen, Felder und Wald. Der Premiumwanderweg "Krebsbachputzer" (Römerweg) führt durch den Ort.

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  1. Unser pädagogisches Selbstverständnis

Wir respektieren das Recht jedes Menschen auf Individualität und akzeptieren Menschen so, wie sie sind. Unser wesentliches Anliegen ist, die Stärkung der Ressourcen und die Aktivierung des Selbsthilfepotenzials der Kinder und ihrer Pflege- und Adoptivfamilien.
Die auffälligen Verhaltensmuster unserer Kinder nehmen wir wahr und können diese häufig auflösen.
Eine verlässliche, annehmende Atmosphäre prägt das stabile und überschaubare Miteinander im Haus trampel_PFAD in Eckartsbrunn.
Gemeinsam erarbeiten wir bei Bedarf für jedes Kind entsprechend den Möglichkeiten, Wünschen und in Beachtung dessen Entwicklung ein spezielles, ganzheitliches Konzept, das den sozialen und emotionalen Bereich, wie auch kognitive und kreative Ressourcen, mit einbezieht.

Bei den unterschiedlichen Beeinträchtigungen und Krankheitsbildern sind die Kinder für klassische Angebote der Behindertenhilfe oftmals geistig zu "fit". In den üblichen Angeboten sind unsere Kinder emotional völlig überfordert und reagieren dann zum Beispiel mit starken Aggressionen oder ausgeprägtem Rückzug.

Die Betreuung der Kinder in unserem Haus durch erfahrene Pflege- und Adoptiveltern und/oder den erfahrenen MitarbeiterInnen erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die o.g. Besonderheiten wahrgenommen und die Kinder angemessen begleitet werden. Die Entlastung von allen Beteiligten ist eine langbewährte und damit wiederholbare Ergänzung der familiären Betreuung.

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  1. Unsere Ziele

Adoptiv- und Pflegekinder und deren Familien sollen "Luft-holen" können.
Dafür wollen wir Entlastungssituationen für Kinder, Jugendliche und ihre Familien schaffen, um die Beheimatung in den Pflege- und Adoptivfamilien zu erhalten.
Durch unser Angebot gewinnen die Kinder neues Selbstvertrauen.
Die Selbstwirksamkeit wird gestärkt und in der Gruppe mit Gleichgesinnten erlebbar.
Erwachsene erhalten bei uns wertvolle Informationen, ein besseres Rollenverständnis als Pflege- und Adoptiveltern und werden für den Alltag gestärkt.
Das Haus trampel_PFAD in Eckartsbrunn soll im öffentlichen Bewusstsein als ein Ort der Pflegekinderpädagogik verankert werden.

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  1. Qualitätssicherung

Unser Verein legt Wert auf kollegialen und fachlichen Austausch. Es finden regelmäßige Teamsitzungen statt.
Durch den weiteren Aufbau des Netzwerks mit anderen sozialen Institutionen erreichen wir für uns und die ehrenamtlich Engagierten eine kontinuierliche Weiterentwicklung unseres Wirkens.
Fortbildung, Weiterbildung und Supervision werden von uns gefördert und unterstützt.
Qualitätsgespräche finden in regelmäßigen Abständen mit den Jugendämtern, mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverbandund dem KVJS (Kommunalverband für Jugend und Soziales) statt.

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  1. Regeln im Haus trampel_PFAD Eckartsbrunn

Für ein friedliches und konstruktives Miteinander gelten Regeln. Sie sind die Grundvoraussetzung für den Aufenthalt.

Ein Aufenthalt im Vereinshaus ist nicht möglich und kann nicht stattfinden oder fortgesetzt werden, bei:

Spendenkonto:   IBAN: DE62 6905 1410 0007 0751 87 top BIC: SOLADES1REN   Bezirkssparkasse Reichenau Copyright © 2024 www.pfad-kn.de.       Datenschutz       Impressum