PFAD FÜR KINDER

Ortsverband Konstanz e.V.

[letzte Änderung 05.09.2017]

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Hands

Therapeutisches Konzept

Handkreis

Stell dir vor, Du verlierst deine Eltern, dein Zuhause und deinen Selbstwert.

Dann findest du ein neues Zuhause, neue Eltern (Pflege- oder Adoptiveltern) und gewinnst mit viel Umsicht und Geduld ein neues Selbstwertgefühl. Das ist ein großes, unschätzbares Glück, ein Lebensschatz.

Und jetzt stell dir bitte noch vor, du verlierst diese drei Existenzqualitäten ein zweites Mal.

Das ist dann ein harter Schicksalsschlag.

Mit dieser Situation leben einige Kinder und Jugendliche in unserem Land, die in ihrer Unvollkommenheit doch so verletzlich und schutzbedürftig sind und für die dann nur eine institutionalisierte Unterbringung in einem Kinderheim als letzte Alternative offensteht.

Der PFAD FÜR KINDER Ortsverband Konstanz e.V. will neue Wege gehen und wird mit dem Haus trampel_PFAD als Vereinshaus neue Akzente setzen und mit einem durchdachten Konzept gerade diesen Kinder- und Jugendlichen ein Wegbereiter sein, der ihnen zur Seite steht und den Erhalt oder auch Rückweg in ihr zweites Zuhause ermöglicht.

Wir wollen in einer geschützten, den Grundbedürfnissen sichernden Atmosphäre unseren Kindern ein Gemeinschaftsmodell ermöglichen, das ihnen mittels Blickrichtungsveränderung, Eigenreifung und Supervision, mittels Intervention, Kontaktverknüpfung, die Brückenpfeiler für eine neue Zukunft von einer alten Vergangenheit ermöglicht.

Mit geschulten Fachkräften, Materievertrautheit und Fingerspitzengefühl werden wir Ferienfreizeiten genießen und auch harte Schicksalskrisen mit dem Kind oder Jugendlichen durchwandern und ihm dabei vor allem mit Licht und Wärme in Form von Zuwendung und Empathie zur Seite stehen.

Die ideelle Wirklichkeit soll zur idealen Wirklichkeit werden. Erreichen können wir das durch Hilfe von außen, durch Selbstdistanz und Vertrauensvorschuss ohne Erwartungshaltung.

Wir suchen und finden gute Kompromisse für verfahrene Situationen und werden durch veränderte revidierte Haltungen einen neuen Start möglich machen.

Es gilt uns selbst zu fragen:

Welche Kinder mit welchen Sorgen werden zu uns kommen?

Wie können wir eine enorme Verängstigung so abdämpfen, dass das Kind in einer entspannten Atmosphäre durchatmen - durchwärmen - durchschlafen kann?

Wie finden wir gemeinsam den Zugang zum Kern des eigentlichen und ganz individuellen Problems des Kindes, ohne zu verängstigen oder zu beschönigen?

Die Grundidee ist, dass wir eine Art Mediationsort mit Supervision und Mutmachhilfe anbieten, ohne die Rückführung in die Sekundärfamilie aus dem Auge zu verlieren.

Getrenntes verbinden, damit wieder ein Ganzes entsteht. Dies kann nur gelingen, wenn im Auszeithaus ein Reifungsprozess in der psychischen Identität des Kindes oder Jugendlichen mit einem Kompetenzwachstum einhergeht.

Das Bild von sich selbst, mit all den verbundenen Gefühlen von Schock, Angst, Schmerz, Wut und Scham, die es mit den früheren Bezugspersonen wahrnahm - dieses Bild zu verknüpfen, und dann die gefilterten Empfindungen in Affekte und Worte auszudrücken - ohne, dass nicht aussprechbare Geheimnisse als Belastung liegen bleiben - dieses Bild ist die Kunst, bedeutungsvolle Beziehung nicht zu stören.

Diese "Kunstreise", dieser Prozess soll zu einem neuen, ungehinderten emotionalen Dialog zwischen Adoptiv- und Pflegefamilie und dem Kind/Jugendlichen hinführen.

Ein Beispiel dafür ist auch, dass bei einem Trauerprozess dieser als engagiert betrachtet werden darf, wenn der Trauernde annehmen kann, dass die Liebe für ein neu erwähltes Objekt nicht die Liebe für das verlorene Objekt zu ersetzen droht. Das Bild der verlorenen Person darf nicht ausgewischt werden. (J.D. Nasio)

Wir arbeiten nicht mit Nur - und Entweder - Oder Therapiekonzepte.

Fachkräfte, auf Honorarbasis angestellt, werden in unserem Haus trampel_PFAD in Verbindung aller Beteiligten für jedes Kind entsprechend den Möglichkeiten, Wünschen und in Beachtung dessen Wahrnehmungsstufe ein spezielles persönliches Konzept erarbeiten.

Beispiele:
Schulische Probleme, Gruppenunsicherheit, Anpassungsschwierigkeiten an die Gemeinschaft
Möglichkeiten dafür sind u.a.: Logopädie, Klettergarten, Farbtherapie.
Probleme mit der Identität, unmotiviert, hat Schwierigkeiten sprachlich Einfluss zu nehmen
Möglichkeiten dafür sind u.a.: Gestalttherapie, Systemische Therapie, Gemeinschaft nach Adler, Waldorfpädagogik

Es wird niemals eine "Einteilung" für Kinder geben, sondern jedes Kind wird einzigartig sein. Dies verbirgt sich in seiner Vergangenheitsgeschichte mit all den Facetten, die das Leben ihm als Pflegekind oder Adoptivkind bot.

Die Wohltat, die Warmherzigkeit und die Geduld, die das Kind bei uns erlebt, zeigen ihm die Größe des Schatzes in seinem eigentlichen Zuhause und führen es dahin zurück.

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